Blutdruck ist die Kraft, die das Blut auf die Gefäßwände der Arterien und Venen ausübt und wird im Allgemeinen in mmHg angegeben. Man unterscheidet zwischen systolischem Blutdruck als maximaler Druck im Gefäß (Spitzendruck während der Kontraktionsphase der Herzkammern) und diastolischem Blutdruck als minimaler Druck (Maß für Dauerbelastung der Gefäße). Zur detaillierten Beschreibung des Blutdrucks sind beide Werte erforderlich.
Zur Charakterisierung des durchschnittlich im Gefäßsystem herrschenden Blutdrucks gibt man den mittleren arteriellen Blutdruck (MAD) an.
MAD = diast. Blutdruck + (syst. Blutdruck – diast. Blutdruck) / 3
Zur weiteren Charakterierung der Qualität und der Elastizität der Arterien ist der Pulsdruck (PD) zu beachten. Als Differenz zwischen dem systolischen und diastolischen Blutdruck liefert er einen Anhaltspunkt über die Dehnbarkeit der Hauptschlagader und der anderen großen Blutgefäße, die das Blut vom Herzen zu den Organen transportieren.
PD = syst. Blutdruck – diast. Blutdruck
Der arterielle Hypertonus (Bluthochdruck) ist von großer Bedeutung für die Gesundheit. Er ist ein wichtiger Risikofaktor für Erkrankungen des gesamten Gefäßsystems, wobei vor allem Erkrankungen der herz- und hirnversorgenden Gefäße lebensbedrohliche Folgeerkrankungen darstellen. Ein über längere zeit erhöhter Blutdruck ist u.a. verantwortlich für die koronare Herzkrankheit und die chronische Herzinsuffizienz, sowie für die Entstehung eines chronischen Nierenversagens und peripherer Durchblutungsstörungen. Das Wissen um die möglichen Ursachen für Hypertonie ist folglich wichtig.
| Klassifikation | systolisch | diastolisch |
| optimal | < 120 | < 80 |
| normal | < 130 | < 85 |
| 'noch'-normal | 130 - 139 | 85 - 89 |
| leichte Hypertonie (Schweregrad 1) | 140 - 159 | 90 - 99 |
| mittelschwere Hypertonie (Schweregrad 2) | 160 - 179 | 100 - 109 |
| schwere Hypertonie (Schweregrad 3) | > 180 | > 110 |
| isolierte systolische Hypertonie | > 140 | < 90 |
Tabelle: Klassifikation von Blutdruckbereichen in mmHg nach [AWMF 046]
Zusätzlich zu dieser Klassifikation steigt bei Werten des Pulsdrucks über 75 das Risiko von Herz-Kreislaufkrankheiten weiter an. Dies gilt insbesondere für Patienten über 60 Jahre, wie in der Framingham Heart Study gezeigt wurde [Franklin et al. 2001].
Man beachte die Übersicht der im GMON verwendeten Bewertungsbereiche. Wenn systolischer und diastolischer Blutdruck bei einem Patienten in unterschiedliche Klassen fallen, sollte die höhere Klasse Anwendung finden.
Blutdruckwerte können kurzzeitig deutlichen Schwankungen unterliegen.
Deshalb: Nur durch mehrmals durchgeführte Blutdruckkontrollen kann eine Hypertonie diagnostiziert oder ausgeschlossen werden.
Übersicht der im GMON verwendeten Bewertungsbereiche
Möglichkeiten nicht-medikamentöser Therapie der Hypertonie
Einlesen von Blutdruckmessgeräten