Cholesterin gehört zu den Grundsubstanzen des menschlichen Organismus. Das fettähnliche Molekül kommt in nahezu allen Geweben des Körpers vor und ist unverzichtbar bei verschiedenen Stoffwechselvorgängen, z.B. als Energielieferant, als Bestandteil der Zellmembran, als Ausgangsstoff für Gallensäuren (ohne diese Säure funktioniert die Verdauung bestimmter Speisen nicht) und für Vitamin D (das zum Aufbau von Knochen benötigt wird), sowie für verschiedene Hormone, beispielsweise Östrogen und Testosteron. Cholesterin wird von der Leber gebildet und über die Nahrung aufgenommen.
LDL (Low Density Lipoprotein, Lipoprotein mit niedriger Dichte) bringt Cholesterin zu den verschiedenen Organen des Körpers, wo es über spezielle Aufnahmestellen, die so genannten Rezeptoren, in die Zellen eingeschleust wird.
Ist das Cholesterinangebot größer als die Aufnahmekapazität der Zelle, kann LDL in den Gefäßwänden abgelagert werden. Im Laufe der Zeit wird das Gefäß immer enger, es kommt zur Atherosklerose, welche eine der wichtigsten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist.
Deshalb sollte die LDL-Cholesterinkonzentration im Blut möglichst niedrig sein. Empfohlen werden unter 155 mg/dl.
HDL (High Density Lipoprotein, Lipoprotein mit hoher Dichte) nimmt überschüssiges Cholesterin aus den Körperzellen, den Gefäßwänden und dem Blut auf und bringt es zur Leber zurück.
Ein hoher HDL-Wert schützt vor Atherosklerose. HDL kann auch bereits an den Gefäßwänden gebundenes Cholesterin wieder herauslösen. Es leistet damit einen entscheidenden Beitrag zur Verhinderung der Gefäßverkalkung.
Daher gilt: je mehr höher der HDL-Wert, desto besser. Empfohlen werden mehr als 40 mg/dl.
Zur Bestimmung der Cholesterinwerte ist eine Blutabnahme erforderlich. Da nach einer Mahlzeit die Blutfette erhöht sein können, sollte man etwa zwölf Stunden vor der Blutabnahme nichts gegessen haben, da man so genauere Werte erhält. Gemessen werden die Konzentrationen im Blut von Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin und Triglyzeriden. Maßeinheit hierfür ist jeweils mg/dl oder mmol/l. Neben den Angaben aus der Übersicht der im GMON verwendeten Bewertungsbereiche, ist das Verhältnis von LDL und HDL zu beachten: Es sollte kleiner als 3 ... 3,5 sein!
Ein Zusammenhang der Messwerte wird durch die Friedwald-Formel [Friedewald et al. 1972] erklärt, die für Triglyceride unter 400 mg/dl eine praktikable Abschätzung ermöglicht:
Gesamtcholesterin = LDL + HDL + Triglyceride/5
Der erste Schritt bei der Behandlung erhöhter Cholesterinwerte ist die Umstellung des Speiseplans auf eine cholesterinbewusste Ernährung. Damit senken Sie nicht nur Ihren Blutfettspiegel, sondern normalisieren zugleich auch die Blutzuckerwerte und den Blutdruck
und bauen somit Übergewicht ab. International wird empfohlen, täglich höchstens 300 mg Cholesterin aufzunehmen.
Tatsächlich verzehren wir jedoch ungefähr das Doppelte, vor allem durch den Verzehr fettreicher und damit gleichzeitig cholesterinhaltiger Lebensmittel wie Eier, Butter, Käse und Sahne.
Übersicht der im GMON verwendeten Bewertungsbereiche