Prävention
Prävention bedeutet Vorbeugung: Die meisten Krankheiten sind nicht angeboren, sondern im Laufe des Lebens erworben. Jeder hat die Chance, möglichen Erkrankungen aktiv vorzubeugen, vor allem durch regelmäßige Bewegung, richtige Ernährung und ausreichende Erholung. Neben dem individuellen Verhalten kann aber auch durch Veränderungen in der Lebenswelt, beispielsweise durch Gesundheitsangebote im Stadtteil oder im Betrieb, ein Beitrag geleistet werden, um Krankheitsrisiken zu verringern. Man unterscheidet primäre, sekundäre und tertiäre Prävention.
- Primärprävention bezeichnet die generelle Vermeidung auslösender oder vorhandener Teilursachen (Risikofaktoren) bestimmter Erkrankungen bzw. Gesundheitsstörungen oder ihre individuelle Erkennung und vorbeugende Beeinflussung (Verhaltensprävention und Verhältnisprävention). Die Primärprävention setzt vor Eintritt einer erkennbaren biologischen Schädigung ein.
- Sekundärprävention bezieht sich zum einen auf die Entdeckung eines noch symptomlosen Frühstadiums einer Krankheit und vor allem deren erfolgreiche Frühtherapie, zum Beispiel als „Krankheitsfrüherkennung" in der Krankenversicherung. Zentral ist die Forderung nach gesichertem Zusatznutzen der Frühbehandlung gegenüber einer später einsetzenden Normalbehandlung, da andernfalls Früherkennung unnötige Kosten, unnötige Belastungen und unnötige Risiken verursacht. Sekundärprävention bedeutet in jüngster Zeit zum anderen die Verhinderung des Wiedereintritts eines Krankheitsereignisses nach erfolgter Ersterkrankung. Sekundärprävention in diesem Sinne sollte daher immer auch Bestandteil moderner und präventiver Behandlungskonzepte sein.
- Tertiärprävention wird häufig verstanden als die Behandlung einer symptomatisch gewordenen Erkrankung mit dem Ziel, ihre Verschlimmerung zu verhüten. Es ergeben sich folglich Überschneidungen mit der Heilung. Engere Konzepte der Tertiärprävention bezeichnen daher lediglich Interventionen zur Verhinderung bleibender, insbesondere sozialer Funktionseinbußen als Tertiärprävention. Nach diesem Verständnis entspricht Tertiärprävention einem wichtigen Teil der Rehabilitation und hat immer auch präventiven Charakter, siehe auch „Rehabilitation vor Pflegebedürftigkeit" ([Walter et al. 2001]).
Siehe auch:
Verhaltensprävention und Verhältnisprävention