Als Puls bezeichnet man die mechanische, rhythmische Ausdehnung und Kontraktion der Gefäßwände, die durch die Herzaktion und die von ihr ausgelöste Druckwelle bedingt ist. Im engeren Sinne versteht man unter Puls die durch Messung an bestimmten Körperregionen erfassbare Gefäßausdehnung der Arterien.
Ein zu hoher Puls belastet das Herz überdurchschnittlich! (Rechenbeispiel zur Pulsfrequenz)
Mit der manuellen Messung kann die Pulsfrequenz (Anzahl der Schläge pro Minute) einfach und sicher bestimmt werden. Verschiedene Körperregionen eignen sich zur Pulsmessung Meist nutzt man die Arterien am Handgelenk (Radialispuls), am Hals (Carotispuls) oder an der Schläfe (Schläfenpuls), da hier die Arterien dicht unter der Haut verlaufen und gegen die Knochen gedrückt werden können. Für ein lückenloses Monitoring über einen längeren Zeitraum, beispielsweise während der sportlichen Betätigung, ist das Tragen einer Pulsuhr.
Obwohl der Puls ein scheinbar triviales physiologischen Ereignis ist, lässt er Rückschlüsse auf die ihn bestimmenden Einflussfaktoren zu, insbesondere auf Herzfrequenz, Herzrhythmus, Blutdruck und Füllungsvolumen der Gefäße.
Der Puls reagiert schnell auf Belastungen aller Art. Auch nach Rauchen und Einnahme von Kaffee oder Alkohol ist der Puls meist erhöht. Für Beobachtung ist deshalb nur der längerfristig erhobene Mittelwert des Ruhepulses geeignet. Der beste Zeitpunkt für dessen Messung ist morgens, direkt nach dem Aufwachen. Deutlich erhöhte Pulswerte (um ca. 5 bis 10 Schläge/min) können auf Überlastung bzw. zu geringe Regeneration hinweisen. Ein kontinuierliches Sinken des mittleren Pulses kann als Verbesserung der Grundlagenausdauer gesehen werden.
Der Ruhepuls ist altersabhängig und hängt zudem maßgeblich vom Fitness-Zustand ab. Als Richtwerte kann man annehmen:
| optimaler Ruhepuls | |
| Kinder und Jugendliche (untrainiert) | 80 bis 90 Schläge/min |
| Erwachsene (untrainiert) | 60 bis 80 Schläge/min |
| Trainierte | 40 bis 50 Schläge/min |
In der Übersicht der im GMON verwendeten Bewertungsbereiche werden wegen des möglichen Trainingseffektes keine kritischen unteren Bereiche angegeben.
Von besondere Bedeutung ist der Erholungspuls, obwohl er durch stark variierende Begleitumstände keine absoluten Aussagen ermöglicht. Als Richtwert gilt jedoch, dass er etwa 3 Minuten nach Ende der Belastung um ca. 30% niedriger sein sollte als der Puls unter Belastung. Höher liegende Werte zeigen eine mangelnde Erholungsfähigkeit an und können auf Überforderung oder auf mögliche gesundheitliche Störungen hinweisen.
Übersicht der im GMON verwendeten Bewertungsbereiche
Rechenbeispiel zur Pulsfrequenz