Als THI (Taille-Hüft-Index, auch als Taille-Hüft-Verhältnis bezeichnet; <engl.> Waist-Hip-Ratio, WHR) bezeichnet man das Verhältnis des Taillenumfangs [in cm] zum Hüftumfang [in cm]:
THI = (Taillenumfang in cm) / (Hüftumfang in cm)
Der THI charakterisiert die Verteilungsmuster des Fettgewebes. Je nachdem ob das Fettgewebe stärker subkutan im Hüft- und Oberschenkelbereich (gynoide oder periphere Fettgewebeverteilung) oder abdominal (androide oder zentrale Fettgewebeverteilung) angelagert wird, spricht man vereinfachend von Birnen- bzw. Apfeltyp.
Um die individuellen Bemühungen des präventiven Verhaltens zu unterstützen, können für diesen Parameter Zielgrößen festgelegt werden.
Das Gesundheitsrisiko durch androide Fettgewebeverteilung wird höher eingestuft, da Fettgewebe im Abdominalbereich deutlich stoffwechselaktiver ist als Fettgewebe im subkutanen Bereich.
Bereits aus dem Taillenumfang lässt sich die Masse vom Viszeralfett abschätzen. Für das Risiko für metabolische Komplikationen gelten nach [Lean et al. 1995] folgende Grenzwerte:
| Männer | Frauen | |
| Taillen-Umfang | 94 cm | 80 cm |
Bei einem BMI über 25 sollte deshalb stets der Taillenumfang ermittelt werden!
Aus dem THI lässt sich die Fettgewebeverteilung relativ einfach einschätzen. Frauen zeigen häufiger die gynoide Verteilung, während bei Männern die androide Verteilung typischerweise zu beobachten. Geschlechtsspezifische Unterschiede beim THI werden deshalb bei der Festlegung von Grenzwerten berücksichtigt. Die folgenden Werte sollten nicht überschritten werden:
| Männer | Frauen | |
| Taille-Hüft-Index | 1,00 | 0,85 |
Gesundheitsrisiken aus zu dünnen Wespentaillen" sind bislang nicht bekannt, hier setzt der Körperbau seine eigenen natürlichen Grenzen. Die in der Übersicht über die im GMON verwendeten Bewertungsbereiche als auffällig angegebenen unteren Bereiche dienen ausschließlich der Sensibilisierung für die Beachtung der Körpermaße.
Die angegebenen günstigen Werte sollten nicht überschritten werden. Mit ausreichender Bewegung und bewusster Ernährung kann unter fachgerechter Anleitung die Fettgewebeverteilung wirkungsvoll beeinflusst werden.
Übersicht über die im GMON verwendeten Bewertungsbereiche
Gesundheitsrisiko durch androide Fettgewebeverteilung
Geschlechtsspezifische Unterschiede beim THI